Maggy

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Liebe Frau Napparell,                                                                                                              25.5.10

Sie haben schon länger nichts mehr von uns gehört, es war ja auch alles gut. Maggy hatte sich immer besser bei uns zurecht gefunden und hat erstaunlicherweise zu meinem Freund eine unglaublich tolle Beziehung aufgebaut. Sie ist ihm auf Schritt und Tritt gefolgt wo auch immer er war, sie war bei ihm. Gemeinsam mit unseren 2 anderen Shih Tzus hat sie sogar das Haus bewacht und immer kräftig mitgebellt wenn es geklingelt hatte oder sie hat den Fernseher angebellt wenn ihr danach war. Auch wenn wir nicht immer sofort nach ihr geschaut haben, wenn sie das eben jetzt gern haben wollte, dann hat sie mit lautstarkem Gebell auf sich aufmerksam gemacht und somit war sie natürlich wieder voll im Mittelpunkt…und hat das sichtlich genossen, ein Seufzer und alles war gut wenn wir dann sofort alle Mann hoch zu Viert nach ihr geschaut haben. Sie wusste schon was zu tun war um die volle Aufmerksamkeit zu bekommen! Wir konnten sie teilweise auch streicheln aber immer mit Vorsicht, im Körbchen und auf dem Schoss wunderbar, sie konnte es sogar genießen wenn man sie hinter den Ohren gekrault hat ohne dass sie hektisch wurde. Die anfänglichen Schwierigkeiten mit Essen und Trinken hatten sich auch recht schnell gelegt und es ging ihr rundum gut. Sie ist nach wie vor auch tagsüber viel gelaufen aber sie wurde insgesamt deutlich ruhiger und war sehr zufrieden. Auch hatten wir Glück und endlich ein Haus gefunden mit einer wundervollen Terrasse und großem Garten wo Maggy hätte ganz alleine raus in den Garten können. Das hatte ich Ihnen ja gesagt dass wir suchen werden um uns hier für die Tiere zu verbessern. Zum 01.06.2010 ziehen wir um und hatten uns für Maggy schon so auf das neue Zuhause gefreut.

Deshalb traf es uns am Sonntag völlig unerwartet und plötzlich, Maggy ist im Garten einfach umgefallen und konnte nicht mehr aufstehen, sie lag auf der Seite und hat sehr unnatürliche Bewegungen gemacht. Wir haben Sie dann erstmal auf den Arm genommen und dann in ihr Körbchen gelegt als sie sich wieder etwas beruhigt hatte. Wir haben dann unsere Sachen gepackt um zum Tierarzt zu fahren, als wir dort angekommen sind hat sie schon auf nichts mehr wirklich reagiert, wir konnten sie aus dem Körbchen nehmen und sie hat sich nicht mal mehr angespannt. Der Tierarzt konnte nichts mehr für sie tun, ihr Herzschlag war schon ganz weit weg und sie hatte keinerlei Reflexe mehr. So schwer es einem auch fällt aber wir mussten sie einschläfern lassen, es gab definitiv keine Möglichkeit mehr ihr zu helfen.

Trotz der nur kurzen Zeit die sie bei uns war und auch weil sie so speziell war, wird sie uns sehr fehlen, die süße Maus!

Sie hat jetzt in ihrem neuen Garten im neuen Zuhause einen Platz bekommen an dem sie Ihre Ruhe finden kann.  

Maggy`s Geschichte

ShiTzu, ca 12 Jahre, kastriert

Übernahme aus dem Tierheim Pforzheim, siehe Rubrik Nachrichten lesen

Maggy stammt aus Pforzheim. Das dortige Tierheim erhielt im Februar 2009 einen Hinweis, dass jemand in der Umgebung von Pforzheim offenbar massenhaft Tiere unter völlig verwahrlosten Umständen hielt.  Nach dem Eintreffen der Tierschützer bot sich den Helfern ein furchtbares Bild. Insgesamt konnten 50 Hunde befreit werden. Neben Kleintieren wurde in dem Haus eine ShiTzu - und eine Pudelzucht betrieben (s.oben Nachrichten lesen)

Wir von der AG-Tierschutz haben am 13. März einige dieser Hunde übernommen und bis auf Maggy und Jodie auch alle gut vermitteln können.

Maggy und Cara (ist Anfang des Jahres auch gestorben) waren am Schlimmsten dran und hätten in ihrem alten "Zuhause" - sofern man das so nennen darf, wenn man ein Leben lang als Zuchtmaschine missbraucht wird - auch sicher  nicht mehr lange überlebt. Sie konnten sich im Rudel sicher schon lange nicht mehr durchsetzen und waren somit von den Futternäpfen abgeschnitten! Völlig abgemagert bekamen sie zunächst Infusionen und danach über 3 Monate lang 4 x täglich Futter, wobei man Maggy zu Anfang das Futter in den Mund löffeln musste - sie trug sich so den Beinahmen Birdy zu, weil sie immer wie ein Vögelchen den Mund aufsperrte, wenn es weitergehen konnte :-)

Maggy ist sowieso eine ganz eigene Persönlichkeit.

Sie ist wahrscheinlich vollkommen taub und sieht auch nicht sehr gut, aber das scheint sie nicht sonderlich zu stören. Sie stößt nirgends an und findet sich überall zurecht.

Der kleine Hund hat keinerlei Umweltängste und läuft völlig selbstverständlich im ganzen Haus und zwischen den anderen Hunden umher. Sie kommt mittlerweile auch und schaut einen neugierig an als wolle sie fragen, wann es wieder etwas zu fressen gibt, geht dann ihrer Wege und wenn sie genug hat, legt sie sich wieder in ihr Zimmer.

Ihr einziges Problem, wenn man es so nennen will ist: Sie möchte nicht angefasst und gestreichelt werden!

Wenn Sie die Bilder aus dem Pforzheimer Bericht gesehen haben, kann man sich vorstellen, wie es sein muss, wenn ein Hund jahrelang mit einem solch langen und verfilzten Pelz gelebt hat und dann kahlgeschoren wird. Anfangs ist Maggy zusammengezuckt, als bekäme sie einen Stromschlag.

Mittlerweile nimmt sie es gelassener wenn man sie aufnimmt und irgendwo hinträgt und bleibt auch ruhig dabei.  

Ob sie menschliche Zärtlichkeit eines Tages genießen kann??                                     

Auf dem Gnadenhof ist momentan leider kein Platz für sie, aber wir wünschen uns so sehr, dass Maggy in ihrem Leben noch mal ein Zuhause findet, in dem sie akzeptiert wird und erwünscht ist. In Bezug auf Sauberkeit macht sie große Fortschritte. Ist in ihrem Zimmer die Terrassentür offen, so geht sie selbst hinaus und erledigt sie ihr Geschäft draußen, ebenso wenn man sie hinausträgt, aber ein kleiner Garten, der ebenerdig erreichbar ist, wäre auf jeden Fall notwendig

Maggy ist einfach Maggy und wenn man sie beobachtet, strahlt sie eine ganz besondere Faszination aus!






 

 



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