Sascha |
Am 9 Juni 2006 stand plötzlich ein Mann mit einem Hund im Arm vor unserer Tür.

Frau Wertheim sah dieses abgemagerte Wesen mit dem komplett schuppigen Fell, ahnte böses und fuhr sofort mit ihm in die Klinik.
Der Mann hatte Sascha am Straßenrand in Polen gefunden und ihn dann in seinem Wohnmobil mit nach Deutschland genommen. Er selber konnte ihn nicht behalten.
Sascha hatte eine schwere Lungenentzündung, Koordinationsstörungen unklarer Herkunft, und konnte nicht alleine aufstehen.
Ob er durchkommen würde war sehr fraglich.
Seinen Zähnen nach, war er schon ca 7 - 8 Monate alt, der Kopf war auch schon groß aber der Rest des Körpers war wie bei einem Welpen. Er benahm sich auch so. Sascha war völlig infantil und schnappte sich alles was er kriegen konnte und hielt es fest.
Es wurden jetzt viele Tests gemacht und seine Lungenentzündung behandelt und tatsächlich erholte er sich und wenn man ihm aufstehen half lief er auch und fand das Leben wieder schön - er war über den Berg.
Jetzt fingen für uns die größeren Kosten an, denn seine Schwäche in den Hinterbeinen wurde nur geringgradig besser und es musste ein CT gemacht werden.
Es war eine Entzündung der Bandscheiben und man konnte es behandeln. Sascha lief jetzt zunehmend besser. Der Nebenbefund war aber eine Hüftgelenksdysplasie und mit der Aussicht auf eine spätere Operation und der damit verbundenen Kosten wollte ihn keiner nehmen.
Mit ca 2 Jahren - mittlerweile schon ein imposanter, sehr schöner Hund fing seine Spätpubertäre Phase an und er konnte mit seinem immer noch sehr infantilen Wesen und seinem Misstrauen Fremden gegenüber sehr unangenehm werden.

Tina K. eine Ehrenamtliche Mitarbeiterin- seine Bezugsperson, ging mit ihm in die Hundeschule, kümmerte sich intensiv um ihn und wir ließen ihn kastrieren und gleich die Hüftgelenksoperation mitmachen.
Die Rechnung ging erstmal auf - Sascha wurde ruhiger und führiger.
Aber trotz Fernsehen und Zeitung fanden wir niemanden, der ihn haben wollte.
Plötzlich konnte/wollte er nicht mehr richtig aus seinem Zimmer raus und durch das Haus laufen. Er schlich an der Wand entlang und es kamen schon Vorwürfe, dass ihm jemand was getan hätte.
Wir riefen unseren Hundetrainer, aber der konnte nicht wirklich sagen was das bedeutet und so musste natürlich erstmal alles Medizinische abgeklärt werden. Er kam mit Verdacht auf Hirntumor in die Klinik.
Der Tierarzt fing erst mit Blutbild und Liquorpunktion an und das Ergebnis war, dass Sascha eine Hirnhautentzündung hatte - er ließ wirklich nichts aus.
In dieser Zeit hinterfragten wir uns wirklich ob wir das für IHN richtige getan haben und der Preis mit jahrelangem Tierheimaufenthalt ohne erkennbare Perspektive nicht zu hoch war.
Von allen "Krankheiten" kuriert und eigentlich gesund, kam jetzt die Phase wo Sascha resignierte, er lag viel und schlief und das Interesse am Tagesablauf ging verloren.
Also bekam er zusätzlich Mineralien und zum Test ob es an Schmerzen lag, gaben wir ihm Schmerzmittel und verordneten ihm Zi 6 (siehe auch Bericht Mirka) damit ihn "die 3 Mädels - Sindy, Jessy und damals noch die 3. Schwester Lara- (vermittelt 08)" mehr animierten - es wurde tatsächlich besser und er fing mit Ihnen richtig an zu spielen.
Er gehörte jetzt zu "Zi 6" - dort konnte er bleiben!
Er entwickelte sich jetzt für Leute die er mochte mehr und mehr zu einem Kuschelbär und Charmeur, anderen Hunden gegenüber war er schon fast als souverän zu bezeichnen und so musste er manchem neuen und unsicheren Hund helfen sich bei uns zurecht zu finden.
Manchmal schob er einfach seinen breiten Kopf unter den Hund und signalisierte ihm, dass er jetzt mit ihm spielen wolle und so kamen sie viel schneller über den Schreck des Ersten Tages hinweg und fügten sich in das Rudelleben ein.
Sascha gehörte schon zum Inventar und keiner glaubte mehr an eine Vermittlung.
Und plötzlich geschah es doch - ein Ehepaar kam, sah ihn und sagte es wäre ihr Hund!!
Der eigene Hund war gerade eine Woche vorher gestorben. Und obwohl er erst sehr skeptisch war auch schon mal knurrte wenn sie ihn in ihrer Euphorie unbedingt in den Arm nehmen wollten.
Dann hieß es nur - "Oh, jetzt mag er nicht mehr"
Sie zogen es durch kamen öfter um mit ihm zu laufen, brachten immer was Leckeres für ihn mit und eines Tages im Mai 09 war es soweit -
Er zog bei Ihnen ein, es gab keine Probleme und sie sagen es sei der Beste Hund den sie jemals hatten!!
Das Schicksal geht manchmal ganz eigene Wege, manche Hunde warten nur ein paar Stunden oder Tage und bei anderen dauert es einfach sehr lange bis IHR Platz frei wird.
Back